„Man kann nicht nichts lernen.“ So kann Linda Risings Vortrag bei der 15. LeanDUS, die von Sipgate veranstaltet wurde, auf Watzlawicksches Niveau zusammengefasst werden. Sie nahm ihre Zuhörer mit auf eine unterhaltsame Reise in die Welt der Experimente, Möglichkeiten, Versagensszenerien und Agilität.

„Try? There is no try.“ – Yoda

„Versuchen wir es mal“ ist dabei die gängige Phrase, wenn Menschen eigentlich experimentieren oder sich über historisch gewachsene Prozesse an neue Projekte begeben. Es ist ja auch zu verlockend, sich den Verlauf einer Maßnahme von Start bis Ziel möglichst linear und ohne Katastophenszenarien vorzustellen – immerhin hat der lineare Ansatz unserer Schulbildung dazu beigetragen, alles in Raster und Ordnung zu integrieren.

„The long and winding road“ – The Beatles

Nur leben wir in einer nicht-linearen Welt, stellt Rising fest. Und diese erfordert in der Entwicklung von Projekten vermehrt agile Ansätze, die in kleinen Interaktionen und qualitativen Feedbacks das Ergebnis in jedem Schritt besser machen – deutlich besser, als wenn vordefinierte Checklisten zur Abarbeitung keine Gelegenheit für den Blick über den Tellerrand hinaus bieten. Und in der Tat gibt es viele Methoden, die agile und nutzerorientierte Entwicklung, etwa im Rahmen von Service- und User Experience ermöglichen

„Challenge accepted.“ – Barney Stinson

Die Herausforderung besteht dabei, so Rising, sich gleichermaßen gegen Silos und vordefinierte Weltbilder zu behaupten. Der Schlüssel kann folglich sein, das eigene Produkt samt Vorgehensmodell immer wieder zu testen, auch mit sich stets verändernden Vorzeichen, da unsere non-lineare Welt ständig Parameter und damit Ergebnisse verändert. Neben dem Ziel, ein Projekt innerhalb von Zeit- und Budgetrahmen umzusetzen, muss der Raum zum Testen und Lernen gegeben sein.

„Errate humanem est.“ – frei nach Seneca

Versagen gibt es dabei nicht – „aus Fehlern lernt man“, heißt es im Volksmund. Nur sollte man eher kleine Testszenerien entwerfen, deren Scheitern kein großes Loch in Kasse und Ressourcen reissen, stellt Rising fest. Ein schneller, hochfrequenter und kostengünstiger Standard soll dabei helfen, Risiken kontrolliert einzugehen und damit Experimente besser zu machen. Überhaupt sollten wir mehr experimentieren, auch wenn Risiko, Unsicherheiten und Versagensmöglichkeiten natürliche Trigger dafür sind, dies nicht zu tun. Als Paradebeispiel sieht Rising den Biologen Alexander Fleming, der 1928 ganz zufällig das Penicillin entdeckt und somit die Welt der Medizin revolutioniert hat.

Man kann nicht nichts lernen

Was nehmen wir mit? Agilität liegt in unserer DNA und fängt in den Köpfen an – nicht als wildwuchsiger (und unkalkulierbarer) Prozess ohne Kontrolle, sondern in dem Wissen, dass das Lernen, die Fehlertoleranz und die Experimentierfreudigkeit uns hilft, Dinge durch eine veränderte Perspektive besser zu machen. Egal wo.

Bei LeanDUS auf Facebook seid ihr auf dem laufenden – etwa, dass das nächste Event am 3. Mai bei Sipgate im Medienhafen stattfinden wird 😉

16. April 2016

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