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Home Office in Zeiten von Covid-19

Und plötzlich ging es schnell. Die Nachrichtenlage zu Covid-19 alleine in Nordrhein-Westfalen ändert sich stündlich und stellt jede Bevölkerungsgruppe vor große Herausforderungen. Allen voran gehen diejenigen, die an vorderster Front mit der Pandemie kämpfen, also Ärzte, Pfleger, Polizisten, Ordnungsämter, bis hin zu den Händlern und Zulieferern, die unsere Versorgung trotz Hamsterkäufe nach Kräften gewährleisten.

Remote Work gestalten

Wer arbeitet und die Möglichkeit hat, ist im Home Office. Vieles von dem, was dazu zu lesen ist, fokussiert sich auf die Auswahl der Tools und streift die interaktiven Elemente meist beiläufig. Eine Auswahl:

A fool with a tool is still a fool

Nun helfen Tools wie Microsoft Teams oder Slack (Kommunikation & Screen Sharing), Asana (Task-Management), Confluence (Kollaboration), Miro (virtuelle Whiteboards), Zoom (Screensharing & Streaming) und Parabol (virtuelle Retros) im Alltag gut weiter. Dazu setze ich verstärkt Microsoft To-Do für mein eigenes GTD („Getting things done“) ein, um den Überblick über Micro-Tasks nicht zu verlieren.

Call me Baby: Im Daily mit Rüdiger und Jonas.

Allerdings benötigt dies ein gemeinsames Verständnis darüber, wie man trotz der räumlichen Entfernung miteinander arbeiten möchte. Beispiele, wie Remote Work die Methoden moderner Kollaboration befeuert:

  • Im „normalen“ Projektalltag auch mal aufgrund Termine verschoben, per Remote nun ein fester Bestandteil: Das Daily. So besprechen wir im Team CX der ORT per Microsoft Teams, was für jedes Teammitglied am Tag wichtig ist, welche neue Prioritäten sich ergeben haben und welche Barrieren in Projekten beseitigt werden müssen.
  • Spontane und leider häufiger störende Spontangespräche fallen weg. Zwar ist ein spontaner Anruf meist nie zu verhindern — aber wenn die Anfrage zu einer Abstimmung vorab im Chat gestellt wird, ist das für alle Beteiligten besser planbar.

Die täglichen Herausforderungen

Herausforderungen gibt es dennoch. Gerne wird gegen Remote Work angeführt, dass man sich „der Kontrolle entziehe“. Vom grundsätzlichen Vertrauen, das in jedem Job gegeben sein muss, mache ich eher die gegenteilige Erfahrung: Man kommt viel schneller in eine Fokusphase und vergisst die Zeit. Gerade letzteres ist wichtig: Während in der Mittagspause in der Firma ein Spaziergang den Kopf frei machte, vergesse ich ihn momentan komplett. Immerhin erinnert mich meine Uhr daran, regelmäßig aufzustehen. Auch und trotz meiner Kinder, die gerade daheim sind. Zumindest am Abend versuche ich, das nachzuholen, ohne weiteren Kontakt zu Mitmenschen in Zeiten von Covid-19, bei der Jagd nach Pokémon.

Gerade mit Kindern und Haustieren daheim besteht immer die Gefahr, dass mitten in einer Abstimmung ein lautes Geräusch reinplatzt. Terminierte Abstimmungen bespreche ich zeitig mit meinen Kindern: „Papa muss telefonieren, ok?“ Das funktioniert auch meistens. Ebenso wichtig, sowohl im Video Call wie auch beim Telefon: Wer nicht spricht, der schaltet sein Mikrofon auf Stumm. Damit werden auch Rückkopplungen vermieden.

School’s out… not exactly.

Und da wäre noch das Home Schooling. Es verteilt sich über den Tag, denn Arbeiten und gleichzeitig die Schule der Kinder steuern wird nicht funktionieren. Ich gebe zu: Das muss sich noch weiter einruckeln. Aktuell helfe ich mir damit, direkt nach dem Frühstück mit beiden Kindern gemeinsam in den Arbeitstag zu starten. Während ich erste Mails beantworte oder das Daily vorbereite, kann ich meiner Tochter hier und da Tipps bei den Aufgaben geben, während der Sohnemann eine Bastelaufgabe bekommt. Bei beiden währt das zwar nicht sehr lange, aber immerhin sind beide eigenständig genug, um sich selber zu beschäftigen — auch ohne Tablet oder TV. Zwar bedeutet das, dass einige Schulaufgaben in den Nachmittag „verzögert“ werden, aber meine Frau und ich arbeiten noch daran.

Wie macht ihr es?

Es bleibt also spannend. Ich bin mir sicher, dass ich in den nächsten Wochen viele weitere Erfahrungen mit meinem Team machen werde. Härten werden nie ausbleiben. Solange wir alle im guten Geiste vorangehen, werden wir auch diese meistern. Und #flattenthecurve ist eben nicht nur ein Hashtag: Jede Covid-19-Infektion, jeder Covid-19-Tote, jede Überstunde in den Arztpraxen und Krankenhäusern war nur dann nicht vergebens, wenn wir uns alle darum bemühen, die Infektionswege des Coronavirus zu unterbrechen.

Wie geht ihr beim Home Office vor? Welche Tipps habt ihr? Auf eure Kommentare freue ich mich 🙂

Von Jan Piatkowski

Vater, Digitaler, Denker, liebt The Sisters Of Mercy, liebt Borussia Mönchengladbach, filmt, fotografiert. Strategic Designer im Rheinland. Heimbrauer NOR APA Craft Beer, Lokalpolitik für die CDU Neuss.

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