Facebook Live: Erfahrung mit der API

Nachdem Jens bei allfacebook.de eine Übersicht über die Live-Funktion der verschiedenen Facebook-Apps per Betriebssystem gegeben hat, passt es ja wie die Faust auf’s Auge, über meine Erfahrungen mit der Live API zu schreiben. Und der Teufel steckt im Detail.

Zunächst ist zu beachten, dass Facebook Pages, die per Business Manager administriert werden, anders funktionieren. Die Methode, die Torsten Schiefen mittels Facebook SDK und entsprechende Script nutzt, um Facebook Live zu nutzen, greift hier nicht. Facebook weist in seiner Dokumentation für die Live API darauf hin, dass Pages im Business Manager über die Publisher Tools im Admin-Bereich live streamen können.

facebook_business_manager

Ein Klick auf „Live“ öffnet einen Dialog, der euch den Stream Key ausgibt, der in den Einstellungen der Broadcast-Software eingegeben werden muss. In unserem Fall – im Rahmen den 8. Niederrheinischen Pflegekongress in Neuss – die Open Broadcaster Software. Mit „Preview“ geht es auf die Vorschau zum Livestream. In unserem Fall:

facebook_business_manager_live

Schwarzbild? Das Risiko ist zu groß. Sagen wir also „adé“ zu der Möglichkeit, den Live-Post zu bearbeiten. Der sicherste Weg ist, sich den Stream Key über den Graph API Explorer zu holen. Dafür benötigt ihr eine Facebook-App. Generiert einen Access Token für die Page, die ihr administriert (und ihr eine ausreichende Rolle habt), setzt die Funktion auf „POST“ und gebt die ID eurer Facebook-App, gefolgt von /live_videos ein. Der Prozess dazu ist hier beschrieben.

facebook_live_api_2

Das Ergebnis ist:

Was noch zu beachten ist:

  • Open Broadcast Software ist kostenlos, aber so semi-gut. Speziell, wenn ihr länger streamt, kann das Stoppen des Streams eine Ewigkeit dauern. Die Konsequenz ist, dass ihr das Ende des Livestreams de facto nicht steuern könnt, was sehr ätzend ist. Wirecast scheint eine gute Alternative zu sein, wenngleich auch deutlich teurer.
  • Facebook empfiehlt für Livestreams eine 4G- bzw. LTE-Leitung. Mit einer herkömmlichen 16k-DSL-Leitung, die 1 Mbit/s im Upload hat, wird’s eng. 5 Mbit sollten es schon sein.
  • Speziell bei mehreren Quellen – in unserem Fall: Livebild via externer Kamera sowie Folien von PowerPoint – erleichtert ein zweiter Monitor die Arbeit ungemein, weil man mehr Überblick hat.
  • Lasst immer parallel eine Aufzeichnung (in meinem Fall als MOV-Datei) laufen. So kann man, wenn das Live-Video abbricht, immer noch ein Backup-Video nachträglich posten.
  • Unerlässlich ist es, die Technik am Vortag zu testen. In meinem Fall war zum Beispiel noch eine externe Tonquelle vom Mischpult zu berücksichtigen.

Ansonsten war ich mit dem Versuch, bis auf wenige Tonstörungen, sehr zufrieden. Habt ihr bereits Erfahrungen mit der Live API gesammelt?

By | 2016-10-13T07:41:37+00:00 September 23rd, 2016|Digital, Health|2 Comments

About the Author:

„Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.“ Ich mache Content, Digitale Strategie und Konzeption beim ORT Medienverbund in Krefeld. Vormals bei Me & Company, metapeople, akom360, denkwerk, center.tv und trafema GmbH. Habe einen B.A. in Geschichte und Informationswissenschaft sowie eine Ausbildung als Videojournalist. Vater, Neusser, Schütze, Fußball-Schiedsrichter. Und ich filme und fotografiere sehr gern.
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2 Comments

  1. Sascha 24. September 2016 at 07:29

    Schön beschrieben Jan. Und man ließt gar nicht raus, dass es bei dem Feldversuch doch noch einige Momente des Bangens gegeben hat, die Du grandios gemeistert hast.
    Wir werden für den 9. Niederrheinischen Pflegekongress sicher die Erfahrungen nutzen.
    Hier auch noch mal von uns als Veranstalter herzlichen Dank.

  2. Jan Piatkowski 24. September 2016 at 09:56

    Danke Dir Sascha 🙂 Und: In Momenten des Bangens ist Panik das falsche Rezept 😉 Für 2017 haben wir alle mehr Bandbreite auf dem Zettel.

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